Ein Stolperstein erzählt“ – Die Klasse 1d der GGS Rahser auf Spurensuche
Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus beschäftigte sich die Klasse 1d der GGS Rahser mit einer wichtigen Frage:
Wer war Josef Miltz – und warum erinnert heute ein Stolperstein an ihn?
Bei der Spurensuche bekamen die Kinder besonderen Besuch: Beatrix Wolters vom Verein für Heimatpflege Viersen und Jutta Pitzen, Schulpatin und Leiterin der Galerie im Park Viersen, kamen in die Klasse und berichteten von der Geschichte des kleinen Josef.
Auf einfühlsame und kindgerechte Weise erzählte Frau Wolters vom Schicksal des Viersener Jungen Josef Miltz. Er wurde 1941 im Alter von nur fünf Jahren gemeinsam mit seiner Familie in das Ghetto Riga deportiert. Die Kinder erfuhren dabei viele persönliche Dinge über Josef – zum Beispiel, dass seine Familie Kaninchen hielt, die er bestimmt gerne gefüttert hat.
Außerdem hatte Frau Wolters Karten vorbereitet. Darauf konnten die Kinder Wünsche für Josef aufschreiben und Bilder für ihn malen. Sie erzählte vom Leben jüdischer Kinder früher und zeigte unter anderem ein altes Foto einer jüdischen Schulklasse, die auf einem Ausflug waren. Mit auf dem Foto war sogar ein Esel zu sehen. So konnten sich die Kinder ein Bild davon machen, wie die Kinder damals lebten.
Zum Abschluss des Projekttages besuchte die Klasse den Stolperstein von Josef Miltz und seiner Familie in der Rektoratstraße in Viersen. Die Schule ist seit 2021 Patin dieses Stolpersteins, der Teil des europaweiten Erinnerungsprojekts des Künstlers Gunter Demnig ist.
Gemeinsam reinigten die Kinder die Steine, bis sie wieder glänzten. Anschließend entzündeten sie Kerzen und legten Rosen sowie kleine Gedenksteine nieder. Zum Schluss wurde noch einmal besonders an den kleinen Josef gedacht.
Der Gedanke hinter den Stolpersteinen wird durch einen Satz von Gunter Demnig deutlich:
„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“
Ein herzliches Dankeschön gilt besonders Beatrix Wolters und Jutta Pitzen, die der Klasse auf sehr einfühlsame und kindgerechte Weise vom Schicksal des kleinen Josef erzählt haben und damit dazu beitrugen, dass seine Geschichte nicht vergessen wird.
Ulrike Dührig-Stockschläger





